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Die Pflaumbaumlaube

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Glaube und Liebe - Braucht Gott uns genauso wie wir ihn?

(veröffentlicht am 26.05.2018)

Heute erhielt ich eine Mail mit einem Zitat aus dem Philippusevangelium. Das Philippusevangelium ist laut Wikipedia "eine im 2. Codex der Nag-Hammadi-Schriften erhaltene, vermutlich ... (gnostische) Spruchsammlung. Von der literarischen Gattung her ist es kein Evangelium, eher eine Predigt."

Mein Onkel Hans-Martin Schenke hat übrigens darüber geforscht und Werke veröffentlicht. Auf Wikipedia steht dazu: "Eine vollständige deutsche Übersetzung ist das Werk Nag Hammadi Deutsch des Berliner Arbeitskreises für Koptisch-Gnostische Schriften, eines langfristigen Forschungsprojektes, ursprünglich unter Leitung von Hans-Martin Schenke."

Bisher habe ich mich damit überhaupt noch nicht beschäftigt. Doch dieses Zitat setzte heute einige Überlegungen in Gang.

"Der Glaube empfängt, die Liebe gibt. Niemand kann empfangen ohne den Glauben, niemand kann geben ohne Liebe."
PhilEv 45

Ich denke über das Zitat nach im Rahmen meines aktuellen spirituellen Themas: Seit Januar beschäftige ich mich mit "Ein Kurs in Wundern", einer nondualen Geistesschulung zur Erlangung von inneren Frieden. Das Zitat weckt bei mir Gedanken über das bisher Gelernte:

Das Wort "Glaube" bedeutet, dass es ein Subjekt, eine Person, gibt, welche(s) glaubt und einen Gott oder höheres Bewußtsein, an den (das) sie glaubt. Von der Formulierung könnte man auf Dualität, also Trennung, schließen. Laut Kurs in Wundern ist die SELBSTerkenntnis die Erkenntnis, dass ich nicht von Gott getrennt bin, also bin ich eine Einheit mit Gott und deshalb selbst Liebe (deshalb nondual). Im nondualen Denken ergibt Glaube und etwas, woran ich  glaube, keinen Sinn, wenn ich dies in Wahrheit ja schon bin.

Im Kurs lerne ich, dass ich nicht zwei Welten gleichzeitig sehen kann. Entweder sehe ich dieses wahre SELBST oder das hier übliche Ego-Denksystem (siehe auch mein Beitrag "Was ist Himmelfahrt für mich?" über "den Himmel" und "die Welt".

Im Ego-Denksystem meint man, dass es "opfern" ist, wenn man etwas gibt, weil man dasjenige dann weniger oder gar nicht mehr hat. Und man meint, man müsse darüber urteilen, WEM man gibt (oder auch vergibt) und WEM man nicht geben kann (oder nicht vergeben kann). Gott macht da aber keine Unterschiede. Entweder gibt man allen und vergibt allen oder es ist kein Geben und auch kein Vergeben. Das lernt man mit dem Kurs. Man löst mit dieser "radikalen Anwendung der Vergebung" die Grundlage für alle Konflikte auf. Dann ist man immer im Frieden. Die Unterschiede (also Illusionen) aufzuheben und das Urteilen aufzugeben, ist ja bekanntlich in diversen Religionen und Weisheitslehren die zentrale Basis für Frieden und Liebe.

Laut Kurs gibt es in der Kommunikation mit meinen Mitmenschen nur zwei Botschaften: Entweder „Liebe“ oder den "Ruf nach Liebe". Auf beides kann ich meinem Bruder, meiner Schwester, mit Liebe antworten.

Egal ob dual oder nondual, das wunderschöne und weise Zitat sagt eigentlich auch, dass Glaube (Gott) und Liebe, Geben und Empfangen, eins sind. Der, der glaubt, zweifelt ja nicht an Gott, sonst würde er an sich selbst zweifeln, da er ja ein Geschöpf Gottes ist. Also ist Glaube, der nicht zweifelt, die Einheit mit Gott.

Folgendes Fazit ziehe ich aus all den Überlegungen:
Gott braucht uns Menschen genauso wie wir ihn. Unsere Aufgabe ist es hier, seine Liebe auf alles und alle auszudehnen. Denn Gott kann „nur“? durch uns Menschen lieben. Oder könnte es anders sein? Darüber werde ich auf jeden Fall weiter nachdenken.

 


Hinweis: Die hier enthaltenen Gedanken zu „Ein Kurs in Wundern“ stellen die persönliche Meinung und das persönliche Verständnis von Christiane Schenke dar und nicht die der Inhaber der Rechte für Ein Kurs in Wundern. Ein Kurs in Wundern erscheint im Greuthof Verlag und ist markenrechtlich geschützt von der Foundation For Inner Peace, USA.


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