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Wie mache ich die Lektionen von „Ein Kurs in Wundern“?
Meine Erfahrungen... (05.10.2022)

Das Praktizieren des Kurses in Wundern besteht in der Anwendung der Tageslektion.

Seit 2018 mache ich die Tageslektionen von „Ein Kurs in Wundern“.  Ich beschreibe hier meine Erfahrungen, wie ich mit den Lektionen umgehe und wie ich sie anwende. Meine Erfahrungen sind nicht richtig oder falsch . Vielleicht helfen sie dir. Ich bitte dich, wenn du das Nachfolgende liest: Erlaube dir, dass es bei dir ganz anders sein kann und du ein anderes Vorgehen für dich entdeckst!

Anfangs ging es mir vor allem ums Behalten und Verstehen.

Was hat mir dabei geholfen?

In der ersten Zeit hab ich mir die Tageslektion auf einen Zettel geschrieben und in die Hosentasche gesteckt.  Wenn ich die Lektion tagsüber vergessen hatte, konnte ich jederzeit drauf schauen. Und das war erstaunlich oft nötig.

Es gibt eine App fürs Handy, sie heisst "CIMS". Die Textversion ist kostenlos. Sie hat auch eine Erinnerungsfunktion, die ich allerdings nicht nutze.

Die Zettelvariante gefiel mir besser. Im Beisein anderer Menschen fand ich es unauffälliger, den Zettel aus der Hosentasche zu holen, als das Handy zur Hand zu nehmen. Aufs Handy zu schauen empfinden manche Mitmenschen, z.B. während eines Meetings, eher als unhöflich.

In der kostenpflichtigen Version der App „CIMS“ kann ich mir die Lektion auch vorlesen lassen. Mir fehlt allerdings die Funktion, das Vorlesetempo langsamer einstellen zu können. Und die Musik dahinter hätte für meinen Geschmack nicht sein müssen. Dennoch schätze ich die Vorlesefunktion in dieser App nach wie vor und habe den Kauf nicht bereut.

Später habe ich die Lektion täglich in eine Diktiergeräte-App gesprochen. So konnte ich eigene Gedanken spontan dazu aufsprechen. Denn morgens habe ich einen offeneren Geist als abends. Auf diese Weise fühlte ich mich abends durch meine eigenen Gedanken selber noch mal erinnert und inspiriert.

Oben bin ich im Zusammenhang mit der CIMS-App auf das Vorlesetempo eingegangen. In der Diktiergeräte-App kann ich das Vorlesen auf gaaanz langsam stellen und zudem Wiederholung einstellen. Manche schwer zugänglichen Sätze habe ich separat aufgenommen und zigmal in langsamster Geschwindigkeit in Schleife gehört, während ich zum Beispiel im Park Runden gelaufen bin. Das hat mir geholfen, den Satz aufzunehmen und den Sinn zu verstehen.

Seit ich eine neue Kamera habe, mache ich öfter auch mal morgens ein Video, nur für mich selbst. Anfangs machte ich es, um die Kamerabedienung zu üben. Doch ist auch dies eine Zeitlang zum Kurs-Lernen nützlich. Auch hier gehen eigene Gedanken zum Kursverständnis mit ein. Es ist derselbe Effekt wie bei den Audios: Ich weiss oft abends gar nicht mehr, was mir morgens dazu eingefallen ist, so dass ich abends selbst davon überrascht bin und mich noch mal tiefer erinnern kann. Das Video hat zudem den Vorteil, dass ich inzwischen weniger erschrecke, wenn ich mir selbst beim Sprechen zuschaue. Das ist ja anfangs für die meisten Menschen ungewohnt und irritierend. Im Hinblick auf Zoom-Meetings ist das eine gute Übung.

Jetzt geht es mir beim Lernen der Lektionen eher um das Fühlen.

Was hat mir dabei geholfen?

Jetzt, im fünften Jahr des Kurses, ist der Prozess weniger kognitiv, sondern geht mehr über das Erspüren. Ich fühle es, dass ich die Lektion ganz tief annehme.

Irgendwann, es ist noch gar nicht so lange her, spürte ich, dass ich etwas brauche, um meinen Fokus zu stärken. Ich fühlte mich zu oft abgelenkt und spürte zu wenig Hingabe. Ich entdeckte einige passende Übungen im Buch „Ich hab auf dich gewartet, Bruder“ von Gregor Geissmann und Michael Feuser. Damit ich die Übungen immer bei mir habe, kopierte ich sie alle und suchte mir eine Atemübung und eine Präsenzübung aus. So einfach das Mittel ist, so durchschlagend ist der Erfolg. Meist reicht bei schon die Atemübung, um raus aus dem Kopf und rein ins Fühlen zu kommen.

Die Lektion sagt mir an jedem Tag, wozu jede Situation dient. Das ist zugleich die Anwendung.

Nun kommt es kaum noch vor, dass ich die Botschaft der Lektion über den Tag vergesse. Vielleicht weiss ich den genauen Wortlaut nicht, aber worum es geht, hab ich parat.

Ich lasse die Lektion jetzt in meinem Leben wirken. Ich versuche, sie als Anleitung und Führer zu nutzen. Mal ist das leicher und geschieht im Moment, mal setze ich mich im Nachhinein in einem stillen Moment hin, um das Erlebte nachträglich im Geist zu berichtigen. Beides ist heilsam. Beides ist möglich. Beides ist richtig.

Das heißt nicht, dass ich auf jeden Konflikt sofort mit der Tageslektion reagieren kann. Aber es heißt zumindest, dass ich weiß, dass darin DIE andere Sichtweise liegt, auf den Konflikt zu schauen. Ich kann mich entscheiden. Oft will ich den Konflikt (leider) trotzdem. Dieser Perspektivwechsel ist jedoch ein Meilenstein, weil es jetzt diesen Beobachter und Entscheider in mir gibt.

Letzlich ist die Anwendung der Lektion die Lösung für jedem Konflikt, der mir an diesem Tag begegnet. Ich ändere damit meine Sichtweise, was zu einer anderen Erfahrung führt. Manchmal ändert sich damit auch die Situation im Außen, aber das ist nicht das Ziel. Das Ziel ist Geistesfrieden, der zur Heilung meines Geistes in diesem Konflikt führt.

Was meine ich damit, dass es jetzt eher ums Fühlen geht? Und wie merke ich das – konkret bei meinem Schwerpunktthema Arbeit?

Ganz konkret ist in meinem Leben die Arbeit mein größter Lehrmeister.

Ich bin mit meinem Mann zusammen selbständig, wir machen Webdesign und Programmierung. Konflikte entstehen aus  der starken kognitiven Herausforderung durch den Arbeitsgegenstand, aber auch zwischenmenschlich. Die konzentrierte Verstandestätigkeit hat nach meiner Beobachtung immer auch das Ego mit im Schlepptau. Wenn ich den Regler – den Verstand und das Denken – hochziehe, fährt auch das Ego mit hoch, mit all seinem Folgen wie das Verbeißen in irgendein Detail, zunehmende Dünnhäutigkeit und leichte Reizbarkeit.

Es ist ein großer Meilenstein für mich, dass ich neuerdings auf Arbeit das Bedürfnis bei mir entdecke, mich in die Ecke auf den Boden zu setzen und kurz in die Lektion einzutauchen. Dieses Bedürfnis ist ein Durchbruch im Annehmen der befreienden Botschaft. Sie ist zugänglich. Sie beruhigt mich. Sie hilft. Alles sieht danach sofort anders aus.

Ich kann euch sagen, dass ich diesen Aus-Schalter immer gesucht habe. Ich habe auf psychologischer Seite alles probiert, was mir eingefallen ist und was mir von Psychologen und in der Reha geraten worden ist. Es hat alles nicht langfristig geholfen. Gefühlt war ich verloren, ich hatte mich selbst an den Verstand verloren.

Ich verliere mich nun immer seltener. Das Bedürfnis nach einem kurzen Rückzug mit der Lektion hilft. Es ist mein Bedürfnis nach Gott.

Mein Fazit ist: Sobald ich das Bedürfnis nach Gott entwickle, habe ich mit dem Kurs-Annehmen und Kurs-Lernen einen großen Durchbruch erzielt, der sich auf mich und alle Beteiligten im Alltag auswirkt. Ich beginne zu erkennen, dass es auch hier NUR um Heilung geht. NUR dazu ist die Arbeit da.


Christiane Schenke 2021

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