Wer bin ich? Bin ich die Person oder das Kind Gottes? (15.02.2026)
Blog 'Hier und jetzt und mit allen: Spiritualität'
Wer bin ich? Bin ich die Person oder das Kind Gottes? | © PDPics auf Pixabay
Diktat vom 19.12.2025, transkribiert am 15.2.2026
Hier beschäftige ich mich damit, was der Unterschied zwischen "der Person" und "dem Kind Gottes" ist und warum das DIE zentrale Frage für ALLES ist.
Die Person ist ein Konzept, ein Gedankenkonstrukt. Ich kann mich selbst als Person wahrnehmen, indem ich diese Konzepte annehme. Es entsteht die Selbstwahrnehmung meiner Person.
Das Kind Gottes ist die Identifikation mit Gott. Es ist ein Geisteszustand – ein Gewahrsein – sich Gottes gewahr zu sein.
Kann ich beides sein?
Nein! Ich kann mich aber zeitweise als Person wahrnehmen oder zeitweise im Gewahrsein des Kindes Gottes sein. Die Erfahrung ist dann eine völlig andere.
Das Kind Gottes kann nur eine einzige „Sünde“ begehen, nämlich zu glauben, dass es die Person ist. Denn wir sind IMMER das Kind Gottes.
Das ist der einzige Fehler, sich nicht als das Kind Gottes zu erkennen und all die Konzepte anzunehmen, welche die Person definieren.
Sobald wir „die Person sind“, fangen all die bekannten Probleme an: Konflikte, Kriege, Streit, Mord und Totschlag.
Deswegen gibt es nur eine einzige Kardinalsünde, zu glauben, dass man die Person ist und zu vergessen, dass man das Kind Gottes ist.
Und angegriffen fühlen kann sich immer nur dieses Gedankenkonstrukt.
Der Angriff, der sich auf eine Person richtet, wäre völlig wirkungslos, wenn die Person sich nicht angegriffen fühlen würde. Aber sie fühlt sich angegriffen, weil sie eben glaubt, dass sie das ist. Denn diese ganzen Konzepte sind angreifbar.
Dieser Satz im Kurs in Wundern auf Seite 21 (Greuthof-Version) hat diese ganze Betrachtung bei mir ausgelöst:
Seit der Trennung sind Abwehrmechanismen fast ausschließlich als Verteidigung gegen die Sühne angewendet worden. Und damit erhalten sie die Trennung aufrecht.
T-2.III.1:2
Weil "die Sühne annehmen" laut Kurs in Wundern heißt:
- Es ist nichts passiert.
- Ich bin nicht die Person.
- Ich bin das Kind Gottes.
- Dem Kind Gottes kann nichts passieren.
- Es kann nicht angegriffen werden.
"Die Sühne anzunehmen" ist der Zustand, sich als das Kind Gottes zu erkennen, wenn man auf dieser weltlichen Ebene als Person einen Angriff erlebt. In dieser Situation den Shift zu schaffen von der Person zu dem Kind Gottes. Und dann ist der Angriff gegenstandslos. Er ist wirkungslos.
Und alle Abwehrstrukturen halten uns das Kind Gottes aus dem Gewahrsein raus. Denn wenn angegriffen wird und man sich angegriffen fühlt, ist man eindeutig in der Person. Denn sonst wäre da niemand, der sich angegriffen fühlt. Und dann gibt es auch keinen Angriff.
Mißverständliche Bedeutung des Wortes Sünde:
Eines der Probleme, die wir hier immer wieder erschaffen, ist, Sünde auf die Person zu beziehen. Und das so zu verstehen, dass die Person sündigen kann. Ja, auf weltlicher Ebene kann die Person tausenderlei Sünden begehen.
Aber die Sünde, die gemeint ist in der Bibel und im Kurs in Wundern, ist eine Kardinalsünde: Nämlich sich nicht mehr als das Kind Gottes zu erkennen, sich von Gott abzuwenden.
Und die Vertreibung aus dem Paradies war eigentlich genau das. Adam und Eva haben sich nicht mehr als das Kind Gottes erkannt, sondern wollten selber richtig und falsch unterscheiden und haben sich entschieden, sich als Person zu definieren.
Personen sein: selber Konzepte machen.
Nicht mehr einfach nur sein und vertrauen.
Ein Kind Gottes zu sein wird oft – selbst von religiösen Menschen – so verstanden:
Ich bin bekanntlich ein Mensch. Ein schwacher Mensch. Und weil ich ein Kind Gottes bin, richte ich mich nach seinem Wort aus und versuche hier – als schwacher Mensch – nicht so viel zu sündigen und ein paar gute Werke zu tun.
Es wird gar nicht so verstanden, dass das eine komplett andere Ebene ist, wo ich die Person komplett hinter mir lasse. Das hat mich erst der Kurs in Wundern gelehrt.
Einzig die Mystiker haben das immer schon so erfahren. Sie haben es verstanden, weil sie es erfahren haben. Die Mystiker haben erfahren, dass sie nicht mehr ihre Person sein können, wenn sie das Kind Gottes sind. Und dass da drin eine totale Freiheit liegt.
Ansonsten ist das eine Ebenenverwechslung, auf die im Kurs in Wundern auch oft hingewiesen wird. Und auch in dem Kapitel 2 des Kurses in Wundern über Trennung und Sühne wird darauf hingewiesen, dass oft die Verwechslung der Ebenen an dem ganzen Durcheinander schuld ist.
Und jetzt finde ich noch in „Der Altar Gottes“, was zu „Trennung und Sühne“ im Kapitel 2 des Kurses in Wundern dazugehört, diesen wunderschönen Satz:
Die Kinder Gottes haben Anspruch auf das vollkommene Wohlbehagen, das von vollkommenem Vertrauen kommt. Solange sie dies nicht erreichen, verschwenden sie sich und ihre wahren schöpferischen Kräfte mit nutzlosen Versuchen, sich mit unangemessenen Mitteln mehr Wohlbehagen zu verschaffen.“
T-2.III.5:1-2
Das Kind Gottes hat automatisch das vollkommene Wohlbehagen. Das braucht gar keinen Konflikt und Angriff abzuwehren, weil in dieses vollkommene Wohlbehagen tritt kein Unfrieden ein.
Das hat mit Frieden was zu tun.
Und wenn sie es nicht erreichen, dann sind sie auf der Ebene der Person und nutzen ihre schöpferischen Kräfte oder verschwenden sie ganz und gar, irgendwelche Ersatzbefriedigungen und Ersatzhandlungen durchzuführen, die am Ende auch zu Kriegen oder zu Konflikten führen, in einer weniger krassen Form.
Aber es ist alles eine Form von Krieg auf der Ebene der Person, weil da gibt es immer etwas, was geschützt werden muss.
Auf der Ebene des Kindes Gottes ist das alles obsolet, denn da ist alles vorhanden.
Und das andere von der Ebene der Person brauche ich nicht mehr.
Das brauche ich nicht mehr.
Und so steht es auch in der Bibel:
Darum rühme sich niemand eines Menschen; denn alles ist euer: Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.
1.Korinther 3 (LUT)
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