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Blog 'Reflexionen im Auto zu Spiritualität'

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Warum es dauert, bis eine neue Weltsicht zu allen Menschen findet (21.08.2021)


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Heute geht es um das Video von Eben Alexander auf Youtube im Kanal von Thanatos TV. Eben Alexander ist ein amerikanischer Neurochirurg, der eine beeindruckende Nahtoderfahrung gemacht und diese vor 12 Jahren in dem Buch „Blick in die Ewigkeit: Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen“ veröffentlicht hat.

Er untersucht seitdem als Gehirnforscher, wie Bewußtsein funktioniert. Warum sind solche Nahtoderfahrungen so klar und real, viel realer als unsere Wahrnehmungen in der Welt? Warum bleiben sie so eindrücklich in Erinnerung? Wie ist das möglich? Wie steht die Forschung dazu?

Eben Alexander ist, wie auch ich, der Meinung, dass in den nächsten 10-20 Jahren die Wissenschaft nicht mehr ignorieren können wird, dass der Geist VOR der Materie kommt. Im Moment fußt die Forschung auf der alten Physik, dass die Materie den Geist hervorbringt und ermöglicht. Nach den neuesten Forschungen der Quantenphysik ist es andersherum. Der Geist verbindet alles. Darum gibt es ein Bewußtsein, das ohne das Gehirn funktioniert, von dem wir ein Teil sind (was den meisten von uns nicht bewußt ist).

Eben Alexander wurde gefragt, warum es immer noch Wissenschaftler gibt, die anderer Meinung sind.  Dazu meint er, sie WOLLEN die neuesten Erkenntnisse nicht zur Kenntnis nehmen.  Wenn sie sich dann doch mit den Quellen beschäftigen, die er zusammenträgt, dann stellen sie fest, dass es wissenschaftlich bewiesen ist. Ein Wissenschaftler, der sagt, das ist das sterbende Gehirn, der ignoriert die neuesten Erkenntnisse der Quantenphysik.  Und warum ist das so? wurde er weiter gefragt. Ja, weil es sehr lange dauert, ehe wir uns das neue Wissen erschließen. Es ist schwer verständlich. Und es dauert, ehe wir dazu bereit sind, uns dafür zu öffnen.

Meine Ergänzung dazu: Es geht zum einen um Bewußtsein, das ja eh nicht mit den Möglichkeiten der materiellen Welt zu erforschen ist – und es geht zum anderen um Erfahrung. Erfahrung hat mit Gefühlen zu tun, mit Eingebungen, mit einer individuellen Wahrnehmung – und das ist eben nicht wissenschaftlich untersetzbar. Erfahrung wird von Wissenschaftlern als subjektiv abgetan und als nicht wissenschaftlich. Wenn es darum geht, zu erfahren, Teil eines großen Bewußtseins zu sein, an das ich angeschlossen bin und ich das fühle oder spüre, dann ist das ja kein Beweis. Die Wissenschaft stützt sich mit ihren Mitteln auf meßbare Beweise.  Und das scheint bei der Quantenphysik aufgehoben zu sein.

Ich glaube, dass es deshalb so schwer ist, dieses neue Weltbild publik zu machen, weil es nur erfahrungsgestützt erlebt werden kann und erfahrungsgestützt heißt, mit meinen Gefühlen, meiner Intuition, genau mit dem Werkzeug, was wir als unwissenschaftlich betrachten und was im Moment auch unser schwächstes Glied ist. Denn wir sehen die Welt mit unseren kognitiven Gedanken, mit dem Verstand. Das, was der Verstand uns zeigt, was Form angenommen hat, was wir messen und wiegen können, halten wir für die Realität.

Hier geht es übrigens nicht um die Emotionen, welche die äußere Welt bei uns hervorruft. Hier geht es um Gefühle, die vorher schon da sind, die immer da sind, die ewig sind, die meine tragende Grundschicht sind. Den Unterschied zu spüren zwischen dem Denker, dem Verstand mit seinen impulsartig hervortretenden Gefühlen auf der einen Seite und der tieferen Wahrheit voller Frieden und Liebe, wo andere Gesetzmäßigkeiten gelten, die ich erfahren kann, wenn ich mich dafür öffne, auf der anderen Seite.

Dann erkenne ich, dass da etwas ganz anderes zugrunde liegt und das Verstandesmäßige und Impulsartige nur obendrauf liegt.  Das ist für die Wissenschaft natürlich herausfordernd.  Und für die Menschen genauso. Wenn das in die Öffentlichkeit kommen wird, braucht es Menschen, die das mit ihrer Erfahrung unterstützen. Die anderen können das ja gar nicht wahrnehmen und werden sagen, das ist nicht wahr, das ist falsch. Es wird immer mehr Menschen geben, die sagen, ich mache diese Erfahrungen, mein Bewußtsein hat sich in diesen Bereich geöffnet, ich erlebe das, also ist es für mich die Wahrheit. Wenn es genügend Menschen gibt, die ganz selbstverständlich aus diesem Geist leben, die an diese Wahrheit angeschlossen sind und aus dieser Quelle ihre Wirkungen entfalten, ihre Weltsicht entfalten, dann wird die Welt vielleicht bereit sein, das langsam in die allgemeine Erfahrung, in das allgemeine Wissen und Verständnis aufzunehmen.

Wann wird es denn umgesetzt sein? Wenn allen Menschen diese Erfahrung zugänglich ist. Momentan funktioniert unsere Welt noch so, dass uns diese Erfahrung abtrainiert wird.  Das herkömmliche Denken, die herkömmliche Weltsicht, trainiert uns diese Erfahrung ab. Lernen funktioniert nun mal durch ständiges Training, ständige Wiederholung oder starke emotionale Einflüsse. Wir stehen in einem hypnotischen Sog zur materiellen Welt, die impulsartig ständig Gefühle bei uns auslöst.  Davon sind wir hypnotisiert und verhindern damit die Öffnung für eine neue Wahrnehmungsebene, die uns aber trotzdem jederzeit zugänglich ist. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Jetzt begreife ich auch, welche Rolle die Menschen haben, die das bereits erleben, die sich dafür geöffnet haben. Eckhart Tolle nennt sie „die Frequenzerhalter“.  Diese Menschen können durch ihr Vorbild – durch ihr stetes, achtsames Halten dieser Verbundenheit in allen Stürmen des Lebens – den Erfahrungshorizont bei anderen helfen zu öffnen.

Mich interessiert, wie diese neue Weltsicht (Geist vor Materie, alles ist verbunden, Bewußtsein ist nicht an Gehirn gebunden) Verbreitung finden kann: Nur durch die Erfahrung. Die Schwerkraft erfahren wir ja auch. Zu erkennen, dass ich ein geistiges Wesen bin, dass nicht der Schwerkraft, nicht dem biologischen Tod unterworfen ist, stellt unsere komplette Erfahrung und unser ganzes bisheriges Lernen auf den Kopf. Diese Menschen, die sich dafür schon geöffnet haben, erfahren, dass man hin- und herschalten kann. Nicht gleichzeitig, nacheinander. Beides sind Möglichkeiten, die ich erfahren kann. Durch meine Entscheidung  wähle ich die eine Möglichkeit oder die andere. Wir haben den freien Willen. Wähle ich die Erfahrung, ein Körper zu sein oder die Erfahrung, ein geistiges Wesen zu sein? Beides wird eingeübt.

Welche Erfahrung will ich? Es ist eben noch ungewohnt und selten, dass die Erfahrung gewählt wird, ein geistiges Wesen zu sein, angekoppelt an das universelle Bewußtsein, so dass es den Menschen gar nicht vertraut ist. So dass sie dort gar nicht hinschauen, dort keine Lösung vermuten. Für sie gibt es das nicht, weil sie es nicht erfahren. Es scheint noch ein Geheimnis zu sein. Und doch ist dies die einzige Lösung. Der Geist ist die Ressource der Zukunft, so las ich es in den Neunzigern in einem Buch von Urs Frauchinger. Damals war mir noch gar nicht klar, wie das gemeint sein könnte. Jetzt lüftet sich das Geheimnis für mich.


Christiane Schenke im September 2020

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