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Blog 'Reflexionen im Auto zu Spiritualität'

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Lektion 135 - Wenn ich mich verteidige, werde ich angegriffen (15.05.2021)

Die Lektion 135 von "Ein Kurs in Wundern" scheint mir die gehaltvollste Lektion zu sein und ich war heute früh von ihrer Tiefe und Konsequenz sehr berührt, obwohl ich sie schon das vierte Jahr mache. Ich habe sie wohl noch nie wirklich gelesen und in vollem Umfang verstanden. In dieser Lektion wird wirklich ALLES erklärt. Vor allem das mystische Gottesgewahrsein, aus dem heraus wir leben können. Gottfried Sumser sagt heute auf YouTube, es ist unsere Aufgabe, dies in uns zu verwirklichen, aus dieser Verbundenheit mit der Quelle zu leben. Und das bedeutet, umfassendes Vertrauen zu haben. Mich beeindruckte vor Jahren in einem psychologischen Ratgeber folgendes Zitat:

Wenn Sie dem Leben nicht vertrauen,
dann wird das Leben auch Ihnen nicht vertrauen. Jens Baum, Keine Angst vor morgen, Strategien für den Umgang mit Zukunftsängsten

Achtung, Ebenenverwechslung

All das, was da in der Lektion 135 zu lesen ist, nämlich dass unsere Planungen und unsere Körpergedanken ein Angriff auf uns selber sind, gilt nur aus dem Gottesgewahrsein heraus. Aus der Egowahrnehmung gilt das nicht. Das heisst, versetze dich zuerst in das Gottesgewahrsein mit Hilfe des Heiligen Geistes, und du wirst diese Wahrheit verstehen. Vorher geht es nicht.

Es ist eine Ebenenverwechslung, wenn man auf der Ebene, wo die Frage gar nicht gestellt werden kann, versucht, die Antwort zu verstehen. Die Frage wird aus einem anderen Gewahrsein gestellt und dort ist die Antwort schon überflüssig. In dem Gewahrsein stellen sich gar keine Fragen mehr. Dennoch werden wir auf der Ego-Ebene abgeholt und herausgeführt, wenn wir darum bitten. Der Heilige Geist ist die Kommunikationsverbindung zwischen beiden Ebenen.

Diese Ebenenverwechslung ist auch das häufigste Mißverständnis bei diesem Bibelzitat:

Wehrt euch nicht, wenn euch jemand Böses tut! Wer euch auf die rechte Wange schlägt, dem haltet auch die andere hin.Die Bibel, Matthäus 5,39

Dieses Bibelzitat ist aus dem Ego-Denksystem unverständlich, weil das Ego diese Verhaltensweise dumm findet. Wenn ich angegriffen werde, muss ich mich verteidigen.

Aus dem Gottesgewahrsein gebe ich Gedanken von Angegriffenwerden und Angriff als eins auf, weil sie dasselbe sind. Was ich gebe, werde ich empfangen. Aus diesem Gewahrsein werde ich sanftmütig. Das mache ich aber aus einem tieferen Wissen der Verbundenheit. Und es ist konsequent, weil ich Verletzen und Verletztwerden nicht mehr mit wahrmache. Es ist nichts geschehen auf der Ebene der tieferen Verbundenheit, auf der Ebene des Seins, des All-Eins-Seins. Dann lehre ich auch meinen Bruder nicht mehr die Sünde und Schuld, sondern setze ihn frei.

Das Weltbild des Ego ist in sich auch schlüssig. Es sagt zum Beispiel: „In dieser Welt musst du Angst haben, weil die Angst dazu führt, dass du dich vorsichtig verhälst und Lernerfahrungen machst. Wenn du einmal auf die Herdplatte gefasst hast, wirst du das nicht noch einmal tun, weil du gelernt hast, dass das weh tut. Wenn du keine Angst vor Schmerz hättest, würdest du es ja immer wieder machen.“. Aus dem Ego heraus stimmt das. Aber das ist eben nicht meine Aufgabe, in dieser Wahrnehmung zu bleiben. Das muss ich zuerst erkennen und meinen Willen danach ausrichten, meine kleine Bereitwilligkeit dazu geben und um Hilfe bitten.

Es gibt nur eine Wahrheit; die „Wahrheit“ des Ego ist die Illusion.

Die Wahrheit gilt immer, egal in welchem Geisteszustand ich mich gerade befinde. Mir ist sie nur im Geisteszustand des Ego nicht zugänglich . Das Ego hat eine eigene „Wahrheit“, die dort schlüssig ist, von wo aus es in die Welt guckt und diese nach seinen eigenen Vor-Stellungen interpretiert.

Das Ego wird im Idealfall dann stutzig, wenn es merkt, dass es nicht die gewünschten Ergebnisse hervorbringt. Vielleicht kommt es dann langsam ins Grübeln und sagt: „Es muss einen anderen Weg geben.“, weil es schon so viel probiert hat und doch sagt: „Ich fühle nicht, was ich fühlen will.“ So war es zumindest bei mir. Ich fühlte einen Mangel an Wohlsein und eine dauernde Anspannung, Jetzt merke ich immer mehr, dass das Göttliche eine umfassende Entspannung mit sich bringt, die im Ego niemals möglich ist, weil es immer in einer Hab-Acht-Stellung ist.

Das Ego macht unzählige eigene Pläne für mehr Wohlbefinden:

  • Ich werde regelmäßig joggen gehen, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde ins Fitness-Studio gehen, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde dafür sorgen, dass ich erfolgreicher bin, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde öfter anderen Menschen helfen und deren Dankbarkeit genießen, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde mehr schlafen und mich mehr ausruhen, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde mehr Urlaub machen, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich muss erst mal gesund werden, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde abnehmen, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde meine Wohnung renovieren und ausmisten, dann werde ich mich wohlfühlen.
  • Ich werde mir dieses Kleidungsstück kaufen, dann werde ich mich wohlfühlen.

Ich habe inzwischen genug probiert, beobachtet, gelesen und selbst erfahren, um bestätigen zu können, dass die Seinsfreude dem Gottesgewahrsein entspringt, für das du nichts tun musst, außer dich jeden Moment neu beschenken zu lassen.

Der Heilige Augenblick mit einem anderen Menschen ist die höchste Extase, die tiefste Liebe, weil ich die Wahrheit erkenne. Wir sind nicht der Körper, wir können uns nur auf der geistigen Ebene erkennen. Die Verbundenheit mit einem anderen Menschen ist dann die Verbundenheit mit Gott. Und das macht immer glücklich.

Danach zu streben erscheint mir derartig lohnenswert, weil es gar keine andere Möglichkeit gibt, dieses umfassende Wohlbefinden zu erfahren, um das es mir immer ging. Mir ging es immer nur um dieses Gefühl, um dieses Wohlsein im Moment. Und das hat keine Grenzen. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie intensiv und erfüllend das sein kann. Und du bekommst es in dem Umfang, je mehr du wegläßt, was dich daran hindert.

Wie geht das, jeden Moment in diesem Gewahrsein sein, wo du doch immer die Dinge der Welt vor Augen hast?

  • Indem du unbewußte Gedanken aufspürst.
  • Indem du dich nicht mit dem Denker verbindest und nicht jedem Gedanken glaubst.
  • Indem du deine Gedanken entschleunigst. Je achtsamer du auf jeden neuen Gedanken wartest, desto mehr werden sie zurückgehen.
  • Indem du die Verbundenheit zu Deiner Quelle (ich nenne es das Gottesgewahrsein) herstellst und aufrechterhälst. Dann bist du im Jetzt.

Während des Diktates habe ich eben folgenden Gedanken aufgespürt: Ich fahre über die Saale-Brücke, jetzt scheint die Sonne, es ist schön grün, es ist noch ruhig und menschenleer am späten Vormittag. Ich sehe einen Mann ganz allein am Ufer der Saale im Grünen sitzen und auf das Wasser schauen. Und mein Gedanke ist: „Oh, wie gern würde ich das jetzt auch tun. Wäre es nicht besser, jetzt in der Natur zu sein, vielleicht mit Winni, und den Tag draußen zu genießen?“. Das habe ich gedacht, während ich jetzt zu meinen Eltern zum Pflegeeinsatz fahre! Bingo, ertappt! Da habe ich gespürt, wie ich selbst einen Konflikt erzeuge. Ich selbst verletze mich!

Du bist viel zu nachsichtig gegenüber dem Umherschweifen von Gedanken und entschuldigst stillschweigend die Fehlschöpfungen deines Geistes. Das jeweilige Ergebnis ist nicht von Belang, der grundlegende Irrtum jedoch ist es. Die Berichtigung ist immer dieselbe. Bevor du beschließt, irgend etwas zu tun, frage mich, ob deine Entscheidung mit der meinen in Einklang ist. Wenn du sicher bist, dass das der Fall ist, wird keine Angst da sein.Ein Kurs in Wundern, T-2.VI.4.6-10

Es ist interessant, die Gedanken zu beobachten, ganz neutral. Einfach nur anschauen, nicht bewerten. In dem Moment steigst du aus dem Denker aus und wirst zum Beobachter. Du nimmst deine Gedanken wahr, aber glaubst ihnen nicht automatisch und unbewußt.

Du kannst deine Gedanken, Wünsche und Planungen jetzt aufgeben, vertrauen, dich mit dem Heiligen Geist verbinden und warten, was dann geschieht. Lass dich überraschen. Lass los, von Moment zu Moment. Werde frei. Das nennt „Ein Kurs in Wundern“ Vergebung.

Versuche nicht, diesen Tag so zu gestalten, wie du glaubst, er würde dir den größten Nutzen bringen. Denn du kannst dir all das Glück gar nicht vorstellen, das ohne deine Planung zu dir kommt. Lerne heute.Ein Kurs in Wundern, Ü-135,26

Hinweis: Die auf meiner privaten Homepage veröffentlichten Gedanken zu „Ein Kurs in Wundern®“ stellen meine persönliche Meinung und mein persönliches Verständnis dar und nicht die der Inhaber der Rechte für „Ein Kurs in Wundern®“. „Ein Kurs in Wundern ®“ erscheint im Greuthof Verlag und ist markenrechtlich geschützt von der Foundation For Inner Peace, USA.


Christiane Schenke im September 2020

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