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Blog 'Reflexionen im Auto zu Spiritualität'

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Fließe... (19.05.2021)

Der neue Geisteszustand ist ein Fließen. Er fließt mit Leichtigkeit, fließt immer weiter, fließt ohne Widerstand. Gibt es Hindernisse, fließt er darüber hinweg, plätschert drumherum, gibt dem Hindernis einen stummen Segen, läßt sich aber nicht aufhalten.

Es ist seine Aufgabe, zu fließen. Gespeist wird er aus der Quelle. Darüber muss er sich keine Gedanken machen. Er kann sich am Fließen freuen, an dieser Leichtigkeit, an dieser Lebendigkeit, an dem pulsierenden Leben, an dieser Frische, an der Lebensfreude, an der Seinsfreude, weil er seiner Natur nachgeht. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist alles.

Und es gibt auch nur einen Fluß, der fließt, und nicht 8 Milliarden.

Du wirst dieser Fluß, der du immer warst. Du weißt, dass du mit der Quelle verbunden bist, und das gibt dir Sicherheit, enthebt dich von jedem Zweifel, läßt dich entspannt im Moment ruhen.

Es ist ein Unterschied zu deinem früheren Alltagsbewußtsein. Du willst nicht mehr zurück. Das würde sich sofort hakelig anfühlen, weil wieder Widerstand in dein Leben eintreten würde. Unterschwellig, unbewußt oder offen und gewaltsam. Du musst ein feines Gefühl haben, denn wir haben uns an diesen Widerstand gewöhnt. Manche merken es plötzlich, werden plötzlich krank, weil sich ihr Widerstand so zu einem Streßkonglomerat zusammenballt, dass es nicht mehr zu übersehen ist. Du wirst es auf jeden Fall spüren, diesen Unterschied zwischen dem Fließen mit der Quelle und dem normalen, üblichen, angelernten Wahrnehmen deines Lebens aus der Standardeinstellung.

Der Fluß fließt still. Du hörst nur das sanfte Plätschern der Lebensfreude, das sanfte Sprudeln der Bewegung, das Gurgeln beim Umfließen von Hindernissen, aber nirgendwo ist das Krachen einer Brechstange zu hören, nirgendwo ist ein Hammerschlag zu hören, nirgendwo ein Schreien oder ein hysterisches Lachen. Es ist allenfalls ein sanftes, kleines, heiteres, fortwährendes Kichern zu hören. So schön kann Leben sein, in heiterer Gelassenheit, im Ruhen im Bett der Quelle.

Du hast einen Job. Der Job ist zu fließen. Wenn ein Hindernis dich aufhalten will, kannst du dich nicht aufhalten lassen. Du musst fließen, wenn du der Fluß sein willst. Deshalb ist der Widerstand nicht wirklich, weil er dich nicht am Fließen hindern kann. Du willst deiner Natur folgen, sonst bist du nicht mehr der Fluß.

Fließen ist, in diesem wunderbaren Geisteszustand zu sein. Die Hindernisse sind das, was du an deinem Leben wertschätzt, von dem du meinst, dass du es brauchst, dass du es willst, oder dass du es weghaben willst, dass es nicht da sein sollte oder dass es anders sein sollte. Das, was dich stört oder das, wovon du abhängig bist, egal ob du es als etwas Gutes oder etwas Schlechtes bezeichnest. Das einzig Wahre ist das Fließen, weil es nur das gibt, wofür der Fluß geschaffen wurde. Da gibt es kein gut und kein schlecht, kein richtig und kein falsch. Es ist, wofür es ist. Es geht nur um das Fließen.

Mach das Fließen nicht davon abhängig, ob du heute müde bist. Egal, was du zu tun hast, du fließt mit dem, was du tust, da es dir nur ums Fließen geht. Du fließt, wenn du in nichts, was du tust, irgendeinen Widerstand wahrnimmst und keinen Kraftaufwand, den du aufbringen müßtest. Du tust es mit deiner ganzen Natur, mit deiner ganzen Selbstverständlichkeit, mit deiner ganzen Hingabe an diesen Prozess, und immer schaust du gleich auf alles. Egal worüber du da gerade fließt, das spielt keine Rolle. Du ruhst im Bett des Flusses, die Richtung ist klar und die Seinsfreude ist gewährleistet. Du sprudelst, du freust dich daran, du genießt es und das hat keine Grade, das ist immer voll und ganz erfüllend, du bist voll und ganz geborgen, voll und ganz sicher, voll und ganz freudig und heiter, voll und ganz leicht, voll und ganz Seinsfreude, voll und ganz Glückseligkeit.

Egal an welchem Ort du bist, du bist im Flußbett sicher und geborgen. Der Ort spielt keine Rolle. Er hat mit deinem Fließen nichts zu tun. Du fließt am Strand, du fließt im Krankenhaus, du fließt in der Enge, du fließt in der Weite. Ob du im Dunkeln fließt, ob du im Hellen fließt – du spürst immer und überall, dass du fließt. Das Fließen strengt nicht an, es ist deine Natur.


Christiane Schenke im September 2020

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