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Warum es mich rettet, einen Effizienzapostel an meiner Seite zu haben

(veröffentlicht am 17.01.2013)

Ich habe alles im Griff im Haushalt - dank meines Effizienz-Apostels
Ich habe alles im Griff im Haushalt - dank meines Effizienz-Apostels | © margoorita fotolia.de

Ich bin eine vom Kühlschrankwahn befallene 51-jährige berufstätige Hausfrau, die mit einem Effizienzapostel verheiratet ist. Und das ist meine Rettung! Warum, das erkläre ich gleich.

Sobald ich eine verderbliche Biomasse sehe, stelle ich sie in den Kühlschrank. Schließlich haben wir einen riesengrossen. Egal, ob es sich um einen noch so kleinen Essensrest handelt oder um eine offene Flasche Mineralwasser; alles wandert in den Kühlschrank.
Mein Effizienzapostel bekommt dadurch immer wieder Gelegenheit, diesen Wahn als zwanghaft anzuprangern. Meine Argumente, dass sich laut Statistik die Keime ausserhalb des Kühlschranks in der verderblichen Ware unaufhaltsam schnell vermehren, läßt er nicht gelten.

Dieser kleine Alltagskonflikt ist nichts im Vergleich zu dem Segen, den es für mich bedeutet, einen Effizienzapostel an meiner Seite zu haben!
Er überwacht aufmerksam, dass ich nicht allzusehr aus dem Regelbetriebsverhalten ausschere. Und das würde ich!!!

Ich würde längs und quer durch die Wohnung meine Spuren auslegen! Ich würde Schränke öffnen und Dinge herausziehen, Ordner entfalten und Unterlagen im Raum verteilen. Würde beginnen, Wäsche zu legen und gleichzeitig das Bügelbrett aufbauen und dann zum Telefon gehen, um erst mal in Ruhe zu telefonieren.

Dieses Chaos entsteht nicht ganz zufällig, denn während ich eine Sache beginne, ergibt sich die Notwendigkeit, etwas zu holen und dabei der Bedarf, an diesem Ort eine neue Baustelle zu eröffnen. Irgendwann werde ich dann staunend die Baustellen verfluchen, die ich nun alle wieder schließen muß, und sei es nachts um 2! Das mache ich allerdings schon aus eigenem Antrieb und zuweilen mit letzter Kraft, bevor ich halbtot ins Bett sinke.

Die erste Frage meines Effizienzapostels lautet deshalb: Muss das gemacht werden?
Die zweite: Muss das heute gemacht werden?

Frage 1 kann generell gestellt werden, auch wenn die Staubflocken für jedes Auge sichtbar am Boden herumliegen. Das ist noch kein Indiz für Jemanden, bei dem das keinen Leidensdruck ausübt. Seine Antwort lautet somit: Nein und meine: Ja. Und schon haben wir wieder einen Alltagskonflikt durch unterschiedliche Schwellenwerte.

Frage 2: Muss das heute gemacht werden? Seine Antwort lautet Nein. Wir diskutieren dann, wann ein günstiger Termin ist, die Betten zu beziehen und einigen uns auf nächste Woche Mittwoch. Für Jemanden wie mich, der heute den Bedarf als zwingend bereits erkannt hat, eine Zumutung und eine Geduldsprobe. Aber ich lerne das allmählich!

So stellt mein Effizienzapostel Regeln auf, die da heissen, Dinge zu Ende zu bringen und vor allem Proiritäten zu setzen.
Morgens wird nicht gekehrt, sondern programmiert. Am Abend kann ich immer noch den Besen schwingen. Dadurch weiss ich genau, dass morgens meine beste Sendezeit ist und würge sogar freundlich nette Kollegen ab, die am Telefon vormittags ein Schwätzchen machen wollen. Nein, jetzt nicht, lass und bitte lieber mal abends in der Kneipe privat schwatzen!

Auch wenn wir die Ansichten und Vorgehensweisen des anderen manchmal, gelinde gesagt, nur fassungslos bestaunen können, weil sie aus einem anderen Universum zu stammen scheinen: praktisch ergänzen sich hier zwei gegensätzliche Charaktere ganz hervorragend!


Foto: © margoorita | fotolia.de


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