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Die Pflaumbaumlaube

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Kausalität - oder was Software-Tests mit Naturkosmetik und Multiboys zu tun haben

(veröffentlicht am 29.07.2016)

Christiane mit ihrem DDR-Multiboy von AKA-Elektrik
Christiane mit ihrem DDR-Multiboy von AKA-Elektrik |

Ich beschreibe hier eine Kette von Ereignissen aus meinem ganz normalen, lustigen Alltagswahnsinn. Und am Ende schließt sich der Kreis mit demselben Ereignis, mit dem alles begonnen hat.

Wikipedia: Kausalität (lat. causa „Ursache“) ist die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, betrifft also die Abfolge aufeinander bezogener Ereignisse und Zustände. Oder: Ein Ereignis oder der Zustand A ist die Ursache für die Wirkung B, wenn B von A herbeigeführt wird.

Ich fange einfach mal an mit der Definition von Ereignis A: Wir sind ja Webentwickler und müssen oft die eigene Arbeit testen. Winfried macht also eine Testbestellung im Shop eines Kunden. Mit der Folge, dass ich zum Geburtstag ein Buch über die Herstellung von Naturkosmetik bekomme. Ich besorge mir also Zutaten und fange an zu mixen.

Begleitet mich in die Küche zu Ereignis B: Ich bin also gerade – in meiner kargen Freizeit – beim Zubereiten der Kosmetik. Dazu muss man die Temperatur messen. Mir fällt ein, dass ich ein Lebensmittelthermometer habe. Wo ist es denn bloß? Es gehört zum Joghurtbereiter. Der ist im Schrank. Nach Durchwühlen des Schrankes mit einer Hand (die andere Hand hält ja den Becher mit der Naturkostmetik) beginnt Ereignis C: Mein geliebter Multiboy fällt aus dem Schrank.

Wer nicht weiß, was ein Multiboy ist: Das ist ein äußerst robuster und langlebiger Lebensmittelzerkleinerer aus DDR-Zeiten. Dass ich solch einen Boy noch in meinem Haushalt habe und er mir unentbehrlich ist, beweist die Richtigkeit von „robust und langlebig“. Er ist sozusagen unkaputtbar, außer er fällt einem runter. Das ist ja nun gerade passiert. Die Folge: Die Kurbelwelle ist verbogen. Mein geliebter Multiboy, gekauft von meiner Mutter vom letzten DDR-Geld zur Zeit der Währungsunion – in 3 Exemplaren, für jede Tochter einen – ist hin. Da tröstet es wenig, dass meine Schwester ihren bereits kurz nach der Wende beim Versuch, Puderzucker aus Kristallzucker herzustellen, kaputtgekriegt hat und ich meinen nun erst 20 Jahre später schrotte. Übrigens hatte meine Schwester damals noch Glück, das Messer flog frei durch die Küche – knapp an ihrem Gesicht und ihren Kindern vorbei.

Ich kann mich mit dem Verlust des Multiboys nicht abfinden und stürze mich in Ereignis D: Ich suche bei Ebay nach Ersatz. Ich finde auf Anhieb zwei Multiboys und bestelle über „Sofort kaufen“ gleich bei dem ersten Händer. Das Ganze ist mir schlappe 40 EUR wert.

Das neue Multiboy kommt ein paar Tage später an. Es sieht super aus und läßt sich in Betrieb setzen. Die Ernüchterung folgt aber gleich: Das Messer hobelt Plastik in die Schale. Warum? Ich nehme die Schale ab. Die Kurbelwelle ist verbogen! Sie sieht genau so aus wie die an meinem Gerät, was ich eigentlich durch den Neukauf ersetzen wollte. Ups.

Ich setz mich an den Rechner und reklamiere. Da es ein Privatkauf war und ich per Überweisung bezahlt habe, habe ich keinen Käuferschutz. Den hat man nur, wenn man mit Paypal bezahlt. Das wußte ich bis eben nicht, lerne es aber nun.

Ereignis D beschäftigt mich noch ein paar Tage. Ironie des Schicksals: Der Händler bezichtigt mich, ich hätte das Gerät herunterfallen lassen. Witzig. Nie habe ich einen Multiboy vorsichtiger angefasst! Bin ich doch ein gebranntes Kind, was aus Schaden klug geworden ist. Nach einer Woche habe ich mich mit dem Händler geeinigt und ich bekomme mein Geld zurück. Und habe dabei noch was über den Ebay-Käuferschutz gelernt. Der Kausalität von Ereignis A bis D sei Dank. Das sind die Chancen, die das Leben bietet!

Und nun schließt sich der Kreis mit Ereignis E: Wieder mal müssen wir für Kunden Software testen und erhalten ein Testgerät von einem Bekannten meines Sohnes. Wir unterhalten uns mit ihm und es stellt sich heraus, dass er gern alte Geräte repariert. Er bietet sich an, zu versuchen, unseren Multiboy zu reparieren. Und es gelingt! Er stellt fest, dass diese Geräte einfach genial sind. Die Kurbelwelle ist nicht verbogen, sondern der Motor nur aus der Halterung gerutscht. Also einfach das Gerät aufschrauben und den Motor wieder in die Halterung reinsetzen — schon steht die Kurbelwelle wieder gerade und das Gerät geht er wieder!!! Nun steht er wieder heil im Schrank, als wäre nichts passiert...

Übrigens, die Naturkosmetik ist am Ende noch gut geworden.

Dieselbe Ursache hat durch Kausalität zu entgegengesetzten Wirkungen geführt:

  1. Das Testen von Software hat zu Ereignissen geführt, welche den Defekt des Multiboys zur Folge hatten.
  2. Das Testen von Software hat einige Zeit später zu Ereignissen geführt, welche die Wiederherstellung des Multiboys zur Folge hatten.

Ha ha ha!

Und wenn das alles nicht passiert wäre, hätte ich diesen Text nicht geschrieben.


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