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Bauhaus-LEERE: damals und heute

(veröffentlicht am 05.04.2014)

Bauhaus-Meisterhäuser in Dessau
Bauhaus-Meisterhäuser in Dessau | © dessauer fotolia.de

Heute waren wir im Bauhaus in Dessau und haben die Meisterhäuser besucht. Diese Wohnhäuser der Bauhaus-Lehrer zeigen sowohl aussen als auch innen das Bemühen, Unnützes loszulassen, um zum Wesentlichen vorzudringen. Das Ideal der Bauhaus-Architektur: Klarheit, freier, luftiger Raum und Konzentration, LEERE.

ABER: Was machen wir mit dieser Leere? Womit füllen wir sie?

Die Meister des Bauhauses haben darin die Möglichkeit gesehen, sich zu konzentrieren, um ihre Ideale und Visionen auszuarbeiten sowie ihren schöpferischen Aktivitäten in ihren Ateliers nachzugehen. Das atmen diese Häuser. Doch nicht jeder Mensch ist ein MEISTER und die Zielgruppe waren ja gerade einfache Menschen und Arbeiter. In einer Kunstgeschichtsvorlesung an der Burg erfuhr ich während meines Design-Studiums, dass nur wenige Menschen mit den Bauhaus-Idealen was anfangen konnten. Zu nüchtern und zweckmäßig wurden die Räume empfunden, gerade von den Arbeitern, für die das neue, preiswerte, industrielle Bauen durch die Bauhaus-Meister ja eigentlich konzipiert worden war. Wir erfuhren in dieser Vorlesung, dass viele der damaligen Menschen von Elementen des Kitschs nicht lassen wollten (oder konnten), dennn „Kitsch ist Trost für die Seele“.

DOCH: Sind die Menschen heute, rund 90 Jahre später, reif für das Bauhaus-Ideal? Womit füllen WIR die LEERE, die uns dank vielfältiger Zweckmäßigkeit des modernen Lebens im Alltag theoretisch verbleibt?

Ich denke, dass wir mit der LEERE ebenso wenig anfangen können. Menschen von heute füllen die Leere mit vielerlei Dingen und Konsum. Dagegen eröffnen die Bauhaus-Meister in ihren Werken eine GEISTIGE Dimension, die eine hohe Reife und Wertschätzung für NICHT-Materielles, IDEELLES verlangt. Und die sich dabei in eigenem schöpferischen Tun mit der Welt aktiv und reflektierend auseinandersetzt. Das ist auch heute noch genau wie vor 90 Jahren recht elitär und alles andere als breitenwirksam...


Foto: © dessauer | fotolia.de


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