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Die Pflaumbaumlaube

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Blog 'Hier und jetzt und mit allen: Spiritualität'

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Der Gesang der Vögel

(veröffentlicht am 22.06.2018)

Diesen Sommer erlebe ich vorrangig auf dem Weg zur Arbeit mit dem Rad oder aus dem Bürofenster. Es gab bisher wenig Gelegenheiten, dass er eine Hauptrolle spielen durfte. Im Gegensatz zu früher stört mich das nicht sonderlich. Ich genieße das Streicheln oder Stechen der Sonne in den kurzen Momenten, wo ich draußen bin; die Düfte schnuppere ich durch das geöffnete Fenster. Nach meinem Fahrradsturz Anfang März war ich monatelang ausgebremst. Da habe ich gelernt, dass es nicht auf den Radius der Bewegung ankommt und freue mich, überhaupt wieder auf den Beinen zu sein.

Worauf kommt es mir an?
Auf meinen inneren Frieden. Damit mache ich große Fortschritte. Die größte Herausforderung bietet die Arbeit. Sie ist geistige Höchstleistung, fordert Konzentration, Genauigkeit, tiefes Durchdringen und Dranbleiben. Egal ob draußen Sommer ist. Da kommt „normalerweise“ der Reflex, sich gegen diese Vereinnahmung zu wehren, auf Abwehr zu gehen. Doch genau das ist es, was ich nicht mehr tue. Ich gehe nicht mehr auf Abwehr. Wenn die Arbeit mich ganz fordert, mache ich eine spirituelle Übung daraus. Eine Übung in "Annehmen, was ist, ohne zu grollen und zu urteilen". Aber ich kann Euch sagen, dass dies jeden Tag eine neue Aufgabe ist!!!

Wer hilft mir dabei?
Natürlich all die Menschen, für die und mit denen ich arbeite. Sonst würde meine Arbeit ja keinen Sinn machen. Das Wie ist wichtiger als das Was. Die Arbeitsergebnisse sind gut und schön, aber die Beziehungen und Kontakte sind das Eigentliche. Sie sind das, was wir miteinander teilen.

Diesen Sommer helfen mir die Vögel dabei, den inneren Frieden zu festigen. Ich höre sie durch das geöffnete Fenster. Erstaunlich; sogar in der fast baumlosen Forsterstraße. Ihr Ruf ist die Stimme des Sommers, die Stimme des Friedens. Ich höre sie und alles ruht. In mir ist Frieden. Nichts ist in dem Moment wichtiger. Ihr Ruf ist ein Geschenk, sie haben eine ganz wichtige Funktion; denn ich bin im Jetzt, wenn ich sie höre.

Ich staune über die Wirkungen der Vogelstimmen auf mich in diesem Sommer. Sie können mich jederzeit erreichen und bringen den Sommer in mein Büro, in mein Herz. Viele Male am Tag.

Letztens konnte ich nicht schlafen und habe mich erinnert, dass ich früher mal bei einer Nachtwanderung eine Nachtigall gehört habe. Das war ein erhebender Moment, die ganze Stimmung so was Besonderes. Und da habe ich nach der Nachtigall gegoogelt und mir ihren Gesang auf Youtube angehört. Ich habe gelauscht und mich in die Stimmung versetzt. Dann habe ich bemerkt, dass eine Menge Kommentare unter dem Video stehen. Menschen kommentieren ihren Gesang positiv oder negativ. Viele genießen die Nachtigall und sind tief angerührt, andere fühlen sich genervt und gestört. Aus "unterschiedlicher Meinung sein" wird sogar "Abwehr", "angreifen" und "beleidigen". Erstaunlich, dass dieser Mechanismus sogar durch so etwas Harmloses wie eine Vogelstimme ausgelöst werden kann...

Genieße die Nachtigall, wenn Du magst:


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