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Die Pflaumbaumlaube

Private Homepage von Christiane Schenke

Blog 'Vom Leben und Arbeiten'

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Blogparade: Wieviel Privates verträgt ein Blog?

(veröffentlicht am 31.01.2016)

Christiane vor der Pflaumbaumlaube Christiane vor der Pflaumbaumlaube

Maria Al-Mana, die Betreiberin des Blogs unruhewerk.de: älter werden — und sichtbar bleiben, hat zu einer Blogparade aufgerufen mit dem Thema: Wie viel Persönliches/Privates muss, kann, sollte ein Blog enthalten?

Ihre Fragen sind, zusammengefaßt:

  • ... wieviel persönliche Note und Emotionen sollte ein Blogger oder eine Bloggerin zeigen?
  • ... liest Du lieber neutrale oder emotionale, persönliche Blogs?
  • ... wie verträgt sich ein persönliches Blog mit dem beruflichen Selbstbild?

Hier sind meine Gedanken dazu.

Meine Homepage als Spielwiese

Ich betreibe meine private Homepage schon viele Jahre. Hier sammle ich allerhand Fundstücke und Puzzleteile. Eigene Texte gab es früher eher selten.

Homepage selber pflegenDa ich Webdesignerin bin, benutze ich keine übliche Blogsoftware, sondern das Newsmodul unseres selbstentwickelten Content Management Systems. Wenn ich Kunden die Bedienung des Systems zeigen möchte, nutze ich meine Homepage manchmal zum Testen. Bisher habe ich immer gesagt: „Wir können hier ruhig rumspielen, da guckt sowieso keiner drauf“. Aber jetzt ändert sich das langsam, denn jetzt schreibe ich regelmäßiger. Ansporn dazu ist sicher auch die Tatsache, dass Du, liebe Maria, mein Blog gefunden und mich angemailt hast. Insofern hat Du mich in kreative Unruhe versetzt! Danke!

Schreibe ich oder schreibe ich nicht?

Eine Grundsatzfrage, die mich umtreibt, ist weniger die, wieviel Privates ich schreiben möchte, sondern lautet ganz pragmatisch: Soll ich in meiner Freizeit überhaupt schreiben oder es lieber lassen? Denn das Schreiben ist sehr nah an meiner Arbeit. Sitze ich doch auch hier wie angewurzelt am Schreibtisch und konzentriere mich auf etwas. Tut mir das gut? Sollte ich lieber weg vom Computer und was ganz anderes machen?

Der Unterschied zur Arbeit ist jedoch, dass hier Phantasie, Herz und Seele stärker mitreden dürfen und nicht vordergründig Kopf und Verstand die Herrschaft haben. Das spricht dafür.

Ich schreibe über das, was mich berührt

Ich schreibe, wenn die Seele überläuft, wenn etwas raus drängt. Das ist zwangsläufig persönlich, denn ich schreibe nur über das, was ich im Alltag erlebe oder woran ich mich erinnere. Wenn ich mir vornehmen würde, nichts Privates zu schreiben, könnte ich es ganz lassen. Denn zu allem, was meine Person betrifft, bin ich zu kompetenten Aussagen fähig. Ich bin mein eigener Forschungsgegenstand. Läßt sich von meinen Erfahrungen was Allgemeines ableiten?

Ich beobachte, was das Schreiben mit mir macht. Oft hat es eine klärende, ordnende Funktion.
Ich beobachte, ob es mir gut tut.

Würde es einen Unterschied machen, wenn ich meine Texte nicht auf meiner Homepage veröffentlichen würde?
Ich würde trotzdem schreiben. Zunächst schreibe ich also für mich. Weil ich neugierig bin, was raus kommt.

Wieviel Öffentlichkeit wünsche ich mir?

Meine Homepage wurde bisher vor allem mit den Schlagworten „Sojakefir selber machen“ und „Kosmonautennahrung“ gefunden. Das sind alles Zufallstreffer, denn ich habe das Auffinden meiner Homepage bisher in keiner Weise forciert. Ich war bisher noch nicht mit anderen Bloggern und Bloggerinnen vernetzt. Trotzdem hast Du, Maria, mich gefunden. Mich würde mal interessieren, mit welchen Schlagworten.

Meine private Homepage ist mittlerweile von der Spielwiese zu einem Blog gereift. Das bedeutet, jetzt wünsche ich mir auch mehr LeserInnen für meine Texte und freue mich über Rückmeldungen, die ich von einigen Freundinnen erhalte. Deshalb poste ich auf Facebook, wenn ich was Neues veröffentlicht habe.

Wen interessiert das Private?

Ich denke, das LESERINTERESSE stellt eine natürliche Auswahl dar. Wen es nicht interessiert, wer es zu privat oder peinlich findet, liest meine Texte nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jemand sich die Zeit nimmt, zu lesen, um dann peinlich berührt von so viel Privatheit zu sein. So wichtig bin ich sicher nicht. Und dafür sind die anderen auch zu sehr mit sich selbst beschäftigt und mit den Dingen, die sie wirklich interessieren.

Auf meine spirituellen Texte bekam ich bisher noch keine Resonanz. Damit können wohl leider auch meine Freundinnen nicht viel anfangen. Doch das hindert mich nicht daran, weiterzuschreiben.

Kollidiert das Private mit dem Beruflichen?

Ich habe keine Sorge, dass zu viel Privatheit in meinem Blog dem beruflichen Selbstbild schadet. Auch im Beruflichen zeigen wir uns als Menschen, so wie wir sind. Deshalb lockt unsere Firmenhomepage meist schon die richtigen Kunden an.

Zu viel Aufwand kann ich zudem nicht betreiben, da es ein Freizeitvergnügen ist und die Arbeit im Vordergrund steht. Ich muss aufpassen, dass mich das Schreiben nicht zu sehr vereinnahmt. Es muss auf einer leichten, positiven Ebene bleiben.

Ist dies ein Blog über das Älterwerden?

Mein Alter (ich bin jetzt 53 Jahre alt) spielt in meinen Texten vordergründig als Thema keine Rolle. Dazu gibt es zu viele Dinge, die nichts mit meinem Alter, aber trotzdem viel mit mir zu tun haben.

Das Alter spielt dennoch bei der Themenwahl eine Rolle. So ist die Rubrik "Hinter dem Horizont" aus einem REIFEPROZESS entstanden. Früher habe ich solche Sachen nicht mal gedacht. Heute kann ich sie denken, fühlen und sogar darüber schreiben. Und sogar hier veröffentlichen, wenn ich ein gutes Bauchgefühl dabei habe...

Was das Thema Alter betrifft, fließt mein Herzblut in den letzten Jahren verstärkt zu den vielen lieben Menschen, die eine Generation vor uns stehen. Die haben ja jetzt ein Alter um die 80 Jahre erreicht und müssen lernen, loszulassen. Ich besuche Verwandte und Freunde und helfe, wo ich kann. Das ist mein Ding. Ich nehme Dich gern in meine Gegenwelt mit, dann erfährst Du. wie mich das wundersamerweise sogar bereichert!


Danke für die Gelegenheit, Maria, die Du mir durch Deine Blogparade gegeben hast, das zu reflektieren.


Zeichnung: Bärbel Ambrus, www.feinliner.de


04.02.2016

Nachtrag zur Blogparade "Wieviel Privates verträgt ein Blog?"

"Du bst ein Teil davon" schrieb mir Maria, als ich meine Freude und Stolz an der Teilnahme an der von ihr initiierten BLOGPARADE auf ihrer Facebookseite bekundet habe. Ihr seht, bisher fühlte mich noch gar nicht als richtige Bloggerin...

Gestern habe ich bereits Rückmeldungen bekommen, dass es doch schön wäre, meine Texte hier auch kommentieren zu können. Ja, ich möchte hier jetzt nicht mehr allein sein! Deshalb habe ich eben die Kommentarfunktion von DISQUS eingebaut. Das war zum Glück ganz einfach.

Claudia hat einen tollen Orden kreiert und an Maria verliehen:
Großer Vernetzungsorden am goldenen Band für: Maria Al-Mana –das Unruhewerk

Und Maria hat ganz fleißig alle Beiträge hier liebevoll aufbereitet:
Wie ist das jetzt mit der Offenheit? Auswertung Blogparade, Teil 1
Wie ist das jetzt mit der Offenheit? Auswertung Blogparade Teil 2

Und ich bin ein Teil davon! Langsam beginne ich mich als Bloggerin zu fühlen, und das tut richtig gut. DANKE, liebe Maria Al Mana, für Dein Engagement zur Vernetzung der Bloggerinnen. DANKE, liebe Claudia Klinger, dass Du mich wegen der fehlenden Kommentarfunktion in Bewegung versetzt hast! Ab sofort kann hier kommentiert werden. Ich freue mich drauf.


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